Auswandern auf die Kanaren

Egal ob Teneriffa, Gran Canaria, Lanzerote, Furteventura oder La Palma, die Kanarischen Inseln zählen nach wie vor zu den beliebtesten Reisezielen. So wundert es auch nicht, dass immer mehr Menschen den Wunsch hegen, sich auf einer der Inseln dauerhaft niederzulassen. Doch wer auf die Kanaren auswandern möchte, sollte im Vorfeld einiges bedenken und beachten.

Gut organisiert ins neue Leben

Für Auswanderer gilt unabhängig vom gewählten Auswanderungsziel, dass es viel zu organisieren gibt. Schließlich ist es nicht damit getan die Koffer zu packen, sondern in der Regel muss ein ganzer Haushalt aufgelöst werden, es müssen Verträge gekündigt werden, die Abmeldung vom Wohnort muss erfolgen und vieles Kleinigkeiten wollen organisiert werden.

Doch nicht nur in der alten Heimat gibt es einiges zu beachten, sondern auch für einen gelungenen Start auf den Kanaren. Idealerweise wurde Kanarische Inseln Auswandernbereits eine dauerhafte Unterkunft auf den Kanaren im Vorfeld angemietet. Ist dies nicht der Fall, so bleibt zumindest für die Anfangszeit zu klären, wo es möglich ist günstig seine Zelte über mehrere Wochen aufzuschlagen. Gerade in der Hauptreisezeit ist es häufig schwierig, überhaupt eine Unterkunft zu ergattern. Um dauerhaft auf den spanischen Inseln zu leben, empfiehlt es sich natürlich, auch die Sprache so gut es geht vor der Auswanderung zu erlernen, denn dies erleichtert den Alltag in der neuen Heimat ungemein.

Die N.I.E. ein Muss für Nicht-​Spanier auf den Kanaren

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Beantragung der „Número de Identidad de Extranjero“. Die spanische Ausländeridentitätsnummer benötigt jeder, der sich dauerhaft in Spanien niederlassen möchte. Nur wer im Besitz dieser Nummer ist, kann ein Haus oder Auto kaufen, einen Arbeitsvertrag abschließen, eine Wohnung anmieten oder Bankgeschäfte tätigen. Zudem ist die N.I.E. gleichzeitig auch die Steuernummer für alle ohne spanische Staatsangehörigkeit.

Die N.I.E. kann direkt vor Ort bei der Ausländerabteilung (Oficina de Extranjeros) bzw. Polizeikommissariat (Comisaría de Policía) beantragt werden. Damit es keine Probleme mit der Beantragung gibt, müssenReisepass für die Kanarische Inseln Antragsteller mit ihrem Personalausweis oder Reisepass und einer Kopie der Ausweispapiere vorstellig werden. Zusätzlich wird noch das auf Spanisch ausgefüllte Antragsformular. Ist alles vorhanden, dann müssen die Gebühren über eine Bank eingezahlt werden und der Einzahlungsbeleg bei der Behörde wieder vorgelegt werden. Bis die N.I.E. ausgestellt wird, dauert es in der Regel 7 Tage, jedoch kann es durchaus auch etwas länger dauern.

Wohnsitzanmeldung auf den Kanaren

Wer länger als drei Monate auf den Kanaren leben möchte, der muss sich spätestens nach drei Monaten im örtlichen Rathaus melden. Die Wohnsitz anmelden auf den KanarenAnmeldung erfolgt im Rathaus der jeweiligen Gemeinde und ist an sich relativ unkompliziert. Die Registrierung des Wohnsitzes wird als “Empadronamiento” bezeichnet. Ist die Anmeldung erfolgt, wird eine Meldebescheinigung (Certificado de Empadronamiento) ausgestellt. Für die Anmeldung wird ein gültiger Personalausweis oder Reisepass benötigt und ein Wohnungsnachweis in Form eines Miet‑, Untermietvertrages oder einer Kaufurkunde. Auch dieser Antrag muss auf Spanisch ausgefüllt werden und mit einer Bearbeitungszeit von circa 7 Tagen gerechnet werden.

Für Auswanderer empfiehlt es sich, die Wohnsitzanmeldung so schnell wie möglich durchzuführen, denn dieses Dokument wird später auch für die Beantragung der „Residencia“, der dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung benötigt. Zudem führt die Anmeldung auch dazu, dass Vergünstigungen, Sozialdienste und Sprachkurse genutzt werden können.

Residencia für den dauerhaften Aufenthalt auf den Kanaren

Die „Residencia“ oder offiziell “Certificado de Registro de Ciudadano de la Union Europea”, ist praktisch gesehen, die Registrierung bei der Ausländerbehörde. Zwar benötigen EU-​Bürger keine Erleaubnis, um auf den Kanaren zu leben, dennoch muss die Registrierung innerhalb der ersten 90 Tage des Aufenthalts erfolgen. Anfänglich gilt das Dokument für 5 Jahre. Ist dieser Zeitraum beendet, wird eine „Residencia permanente“ ausgestellt, also eine Dauer-​Aufenthaltsgenehmigung.

Was zur Beantragung der Residencia benötigt wird

Neben dem Personalausweis oder dem Reisepass für die Beantragung eine Kopie der Ausweispapiere benötigt, ein Nachweis über eine private oder Alle Dokumente für die Kanarengesetzliche Krankenversicherung (in englischer oder spanischer Sprache), ein Nachweis über ausreichend Einkommen (Rentenbescheid, Kontostand über 5.488 € für Einzelpersonen oder ein Arbeitsvertrag. Hinzu kommt, dass auf Spanisch auszufüllende Antragsformular. Die Gebühren müssen über eine Bank eingezahlt werden und im Anschluss muss der Behörde die Quittung vorgelegt werden, dann wird die Residencia in der Regel sofort ausgestellt.

Mit der kleinen Karte locken übrigens einige Vergünstigungen. Unter anderem erhalten Inhaber der Residencia vergünstigte Flug- und Fährtickets, um auf das spanische Festland oder auf andere Inseln zu gelangen.

Ausreichend Zeit und Geld einplanen

Gerade in Spanien benötigen manche Dinge etwas mehr Zeit. Diese Tatsache ist für Auswanderer in den ersten Wochen und Monaten häufig schwer zu ertragen. Doch gerade dies macht das Leben auf den Kanaren auch ein Stück weit aus. Gerade für Behördengänge sollte ausreichend Zeit eingeplant werden und es muss auch klar sein, dass die Bearbeitungszeiten sich hin und wieder verzögern. Geduldig sein ist daher das A und O für Auswanderer.

Auch wer bereits im Vorfeld eine Arbeit auf den Kanaren gefunden hat, sollte nicht ohne ein entsprechendes Geldpolster Auswandern. Auf der einen Seite kann dies bei der Beantragung der Residencia entscheidend sein und auf der anderen Seite sollten Auswanderer immer damit rechnen, dass in der neuen Heimat nicht unbedingt immer alles nach Plan läuft. Ein entsprechendes Geldpolster erleichtert das Auswandern auf die Kanaren und schont die Nerven. Oft wird unterschätzt, welche Anschaffungen und Zusatzkosten gerade in der ersten Zeit in der neuen Heimat anfallen. Nur mit ausreichend finanziellen Reserven ist eine erfolgreiche Auswanderung auf die Kanaren möglich.

Muss man sich in Deutschland abmelden wenn ich auf den Kanaren lebe?

Wenn man keine Wohnung mehr in Deutschland hat, besteht seit 2015 die gesetzliche Abmeldepflicht in Deutschland. Nur wenn man dauerhaft nach Spanien auswandern möchte, müsste man sich in Deutschland abmelden. Allerdings ist es für die Wohnsitzanmeldung in Spanien nicht wichtig, ob man in Deutschland abgemeldet ist oder nicht.

Quicklinks: